Fips Fröhlich von Silvia Heilfort

Unsere Kinder hatten sich schon seit längerer Zeit einen Hund gewünscht. Aber wie das eben so ist, musste es gut durchdacht werden und auch die Gegebenheiten passen. Kurz bevor wir von der Stadt in ein Dorf gezogen sind, wurde ein acht Wochen alter Zwergspitzmischling unser neues Familienmitglied. Ein kleines tapsiges Knäuel weißes Fell mit braunen Flecken, etwas schwarz war auch dabei . Die Kinder nannten ihn Fips , weil er so ein kleiner Wildfang war. Fröhlich hieß die Familie, von der wir Fips zu uns geholt hatten. Wurden wir gefragt, wie unser Hund heißt und was das für eine Rasse ist, so machten wir uns manchmal den Spaß : Er heißt Fips Fröhlich und ist ein Stragrami Alphatricolor. Bei den Fragenden entweder Staunen oder Lachen.

Mit unseren Fips hatten wir immer viel Spaß. Er hat soviel mit uns mit gemacht. Er hat sich von den Kindern zu Fasching verkleiden lassen und ist mit Ihnen zum zampern gegangen, er ist mit meinem Mann Moped gefahren, sogar Kinderkarussell ist er mitgefahren. Alles was gefahren ist, dafür konnten wir ihn begeistern und wenn es die Schubkarre war. Manchmal konnte man meinen, er ist wie ein kleiner Junge. Mal kam er total verdreckt nach Hause, mal ölverschmiert, mal sein Fell voller Kletten, aber wir haben ihn immer wieder sauber bekommen.

Allerdings einen Makel hatte unser Fips. War irgendwo eine läufige Hündin, war unser Hund weg, mitunter tagelang. Wie viele Nächte habe ich dagesessen und gewartet, bis er wieder nach Hause kam. Kam er, klopfte er mit der Vorderpfote an die Terassentür, es ertönte ein lautes Wau und überglücklich, dass ihm auf seinem Streifzug nichts passiert ist, wurde ihm aufgemacht.

Fips war ganz schön clever. Er wusste genau, wenn der Wohnwagen im Hof reisefertig gemacht wurde, dann geht es auf Reisen. Bei der nächsten Gelegenheit ist er in den Wohnwagen gesprungen , hat sich auf den Kühlschrank gesetzt und ist von selbst nicht mehr rausgegangen. Wahrscheinlich hatte er Angst, das wir ihn nicht mitnehmen. Am Tag der Abreise war er natürlich der erste im Auto, bis auf einmal .Es war Samstag, alles war verstaut, der Wohnwagen an gehangen und wir wollten an die Ostsee aufbrechen. Doch, wo war Fips? Überall im Haus nachgesehen, draußen nach ihm gesucht und nach ihm gerufen. Nichts zu machen , Fips war weg. Wir ahnten schlimmes. Er wird doch nicht gerade jetzt zu einer Hündin gelaufen sein. Wir wollen los und wussten nicht ,wo wir suchen sollten und wir hatten ja auch keine Lust tagelang auf ihn zu warten bis er wieder nach Hause kam. Nach ca. einer halben Stunde lautes Gebell, allerdings nicht an der Teerassentür sondern an der Haustür.Gott sei dank, er ist wieder da. Wir flitzen zur Tür und sahen durch die Glasscheibe nicht einen Hund, sondern zwei. Einen kleinen, unseren Fips und einen dreimal so großen. Vorsichtig öffnete mein Mann die Tür. Wir konnten ja nicht wissen, was uns erwartet. Was wir sahen, war kaum zu Glauben. Sitzt da unser Fips mit seiner neuen Freundin vor der Haustür und freut sich ganz toll. Als wir die Hündin sahen, staunten wir nicht schlecht. Es war eine Schäferhündin. Fips ist also vor der Abreise schnell zu ihr gelaufen, hat ihr begreiflich gemacht, das er es eilig hat, weil wir ja los wollen und sie soll ganz schnell mit kommen. Nun saßen die beide da. Zu schade für die beiden war, unser Sohn wusste wem die Hündin gehört und hat ihr Herrchen angerufen. Es dauerte nicht lange und ihr Herrchen war da. Als er unseren Rüden sah, bekam er einen Schreck. Wenn der druff war, stöhnte er. Überglücklich zog er mit seiner Hündin ab, nachdem wir ihm versichert hatten, das die beiden noch keine Zeit für ihre Liebesspiele hatten. Es wären aber bestimmt ganz lustige Welpen geworden. Wir haben mächtig über unseren Fips gelacht und haben unsere Reise in den Urlaub angetreten. Unser armer Fips. Da wollte er ganz schlau sein und wir haben ihm einen Strich durch seinen Plan gemacht.

Fips ist nun schon dreizehn Jahre im Hundehimmel, aber wir lachen immer noch über seine Streiche. Dann ist es, als wäre es gestern gewesen.

von Silvia Heilfort

Sending
Finde ich gut
3.9 (10 Stimmen)